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Itla View

Plattform für Wissensmanagement im öffentlichen Sektor.
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Tool:
Crowdsourcing

Organisation:


2023
Zuletzt geändert am 9. 5. 2026 von Admin.

Itla View ist eine digitale Crowdsourcing-Plattform aus Finnland, das Wissensmanagement-Prozesse und Systemveränderungen im öffentlichen Sektor unterstützen soll. Ziel ist es, öffentliche Dienstleistungsorganisationen dabei zu unterstützen, vorhandenes Wissen besser zu nutzen und daraus Verbesserungen für die Praxis abzuleiten.

Im Mittelpunkt steht die Idee, Wissen nicht nur zentral von oben zu sammeln, sondern Erfahrungen und Beobachtungen aus der täglichen Arbeit lokaler Akteur*innen einzubeziehen. Dadurch sollen multidisziplinäre Organisationen, insbesondere im Bereich der Kinder-, Jugend- und Familienservices, ein gemeinsames Lagebild über die Situation von Kindern und Familien in einer Region entwickeln können.

Aufbau der Plattform

Itla View besteht aus einer digitalen Plattform und einem begleitenden Arbeitsmodell. Das System umfasst zwei zentrale Bestandteile: Einerseits eine mobile Anwendung bzw. ein browserbasiertes Formular, über das Wissen von der operativen Ebene eingebracht werden kann, andererseits eine Admin-Plattform, mit der Wissensmanagement-Prozesse auf Managementebene durchgeführt werden können.

Die Plattform bringt implizites und explizites Wissen über organisationale Prozesse in einer Datenbank zusammen. Zusätzlich unterstützt eine KI-gestützte Komponente die Verarbeitung dieses Wissens. Dadurch wird nicht nur vorhandenes Wissen gesammelt, sondern auch weiterverarbeitet und für Entwicklungsprozesse nutzbar gemacht.

Im praktischen Einsatz können verschiedene Akteur*innen Beobachtungen aus ihrem Arbeitsalltag einbringen. Diese Beobachtungen sollen helfen, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, Bedarfe besser einzuschätzen und präventive Maßnahmen zu ermöglichen. Im Bereich der Kinder- und Familienservices bedeutet das etwa, dass lokale Dienste besser erkennen können, wo Unterstützungsbedarf entsteht und welche Maßnahmen sinnvoll sein könnten.

Itla View verbindet mehrere klassische Aufgaben des Wissensmanagements. Zunächst unterstützt das System die Wissensidentifikation, indem Beobachtungen und Erfahrungen aus der Praxis sichtbar gemacht werden. Danach folgt die Wissenssammlung, da diese Beobachtungen digital erfasst und in einer gemeinsamen Datenbank gespeichert werden. Durch die KI-gestützte Verarbeitung wird das Wissen anschließend strukturiert und für Managemententscheidungen nutzbar gemacht.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Wissensverteilung. Das System ermöglicht nicht nur die Sammlung von Wissen auf Führungsebene, sondern auch die Weitergabe aufbereiteter Informationen an Akteur*innen auf der operativen Ebene. Dadurch entsteht ein Kreislauf zwischen Praxis, Analyse, Management und Umsetzung. Itla View unterstützt die Verbreitung aufbereiteter Daten an Akteur*innen auf Grassroots-Ebene, die Umsetzung von Initiativen ermöglicht und deren Wirksamkeit beobachtbar macht.

Darüber hinaus nutzt Itla View Crowdsourcing, dadurch wird die kollektive Intelligenz verschiedener Akteur*innen über Organisationsgrenzen hinweg einbezogen. Dies fördert gemeinsames, wissensbasiertes Lernen und die Selbsterneuerung der Organisation.

Öffentliche Dienstleistungsorganisationen stehen häufig vor der Herausforderung, dass relevantes Wissen verteilt vorliegt. Fachkräfte, lokale Einrichtungen, Verwaltungseinheiten und externe Partner*innen verfügen jeweils über Teilwissen. Dieses Wissen wird aber nicht immer systematisch zusammengeführt. Itla View setzt genau an diesem Problem an: Die Plattform soll vorhandenes Wissen innerhalb einer Organisation oder eines Netzwerks sichtbar machen und für Entwicklungsentscheidungen nutzbar machen.

Itla View dient als Beispiel für modernes Wissensmanagement im öffentlichen Sektor verstanden werden, weil es digitale Technologie, Crowdsourcing, KI-Unterstützung und Organisationsentwicklung verbindet. Positiv hervorzuheben ist, dass nicht nur formales Wissen gesammelt wird, sondern auch Erfahrungswissen aus der täglichen Arbeit. Dadurch können Entwicklungen sichtbar werden, die in klassischen Verwaltungsdaten möglicherweise nicht sofort erkennbar wären.

Literaturverzeichnis

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